Der Weg zu meiner Berufung

Früh in meinem Leben hiess es oft, ich solle nicht so sensibel sein und alles überbewerten. Ich nahm viele Emotionen auf, ohne wirklich zu wissen, wohin damit. Um der Überforderung zu entgehen, flüchtete ich in meine eigene Welt. Das hatte zur Folge, dass ich oft übersehen wurde – unsichtbar machen konnte ich mich fast wie ein Magier. Trotzdem hatte ich immer Freunde, war beliebt und konnte mich gut im sozialen Leben behaupten. Ich war das brave Mädchen, die zuverlässige Tochter, bis ich anfing Drogen zu konsumieren. Erst nur gelegentlich, dann wurde es immer mehr. Irgendwie spürte ich, dass mir etwas fehlte, und im Rückblick erkenne ich, dass ich damals nach mir selbst suchte. Die Drogen waren auch eine Ablenkung, denn als ich schliesslich mit 23 Jahren ausstieg, erinnerte ich mich daran, als Kind missbraucht worden zu sein. All diese Erfahrungen stärkten meine sensible Seite noch mehr und wurden mein Antrieb, voranzukommen, zu wachsen, mich zu entfalten und zu erreichen, was immer ich wollte.

Beruflich wusste ich schon während meiner kaufmännischen Ausbildung, dass ich Recht studieren will. Die Motivation, anderen durch meine eigene Geschichte zu helfen, war für mich ein Antrieb. Ich holte meine Matura an der AKAD nach, was härter war als das Studium selbst. Trotz einer 60%-igen Arbeit neben dem Studium erreichte ich mein Ziel und schloss erfolgreich ab. Bald darauf wurde ich schwanger, und mein erster Sohn kam zur Welt. In der zweiten Schwangerschaft entschied ich mich, nicht mehr zu arbeiten. Nur Mutter zu sein, erfüllte aber mein Herz nicht vollständig und ich fühlte mich zunehmend frustriert. Also entschied ich mich für eine Ausbildung zur Mediatorin. Während der Zusatzausbildung für Familienmediation wusste ich bereits, dass ich diese auch für meine Scheidung nutzen würde, da sich die Ehe schon länger nicht mehr gut anfühlte. Und so war es dann auch. Die mediative Lösungsfindung ermöglichte eine friedliche Trennung, und heute können mein Ex-Mann und ich normal miteinander sprechen – das Beste für die Kinder, denn ständiges Streiten tut einer Kinderseele nicht gut.
Nach dem Auszug aus dem gemeinsamen Haus stiess ich durch eine Kollegin auf Theta Healing®. Seitdem begleitet mich diese Technik und ich konnte mein Leben immer mehr selbst in die Hand nehmen. Ich durfte viel lernen, unter anderem auch meine Gefühle und Sensibilität wieder voll zu leben und einfach mich zu leben, so wie ich bin. Heute arbeite ich selbständig als Coachin mit verschiedenen Anwendungsmethoden und als Mediatorin.

"Ich fühle mich angekommen, und dieses Gefühl, die wahre Essenz leben zu können, möchte ich anderen Menschen näherbringen und sie dabei unterstützen."

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